CDU Gundelfingen/Wildtal und Heuweiler

Mehrheit der CDU Fraktion spricht sich gegen die Straßenbahn durch Gundelfingen aus

Stellungnahme der CDU Fraktion gegen die Wiederaufnahme der Planungen für eine Straßenbahn durch Gundelfingen

Von der CDU-Fraktion lehnen Frau Sylvia Fögele, Herr Christoph Greiner und Herr Thomas Danner die Wiederaufnahme der Planungen zum Ausbau der Stadtbahn durch Gundelfingen mit folgender Begründung ab:

Durch Stützen, Oberleitungen und Ampelanlagen ist eine nachhaltige Veränderung des Ortsbildes zu befürchten. Durch die Einbindung einer Stadtbahntrasse durch die Ortsmitte leidet die Aufenthaltsqualität auf dem Sonnenplatz. Die geförderte Maßnahme den Sonnenplatz mit öffentlichen Mitteln(über 2 Mio. €) zu verschatten und verschönern kann vermutlich nicht wie geplant durchgeführt werden. Die oberirdischen Parkplätze werden wegfallen und die Anfahrt und Ausfahrt der öffentlichen Tiefgaragenstellplätze deutlich erschwert. Feste wie der Fasnachtsumzug, Frühlingsmarkt, Dorffest, Weinzauber und Weihnachtsmarkt sind nur noch sehr beschränkt durchführbar, da die Stadtbahntrasse mit zwei Haltestellen in der Ortsmitte ein Aufstellen von Zelten, Tischen und Bänken etc. kaum noch zulässt.

Die ca. dreijährige Bauphase wird für unsere Gewerbetreibenden in der Ortsmitte eine existenzielle Bedrohung darstellen. Ein Kaufkraftabfluss nach Freiburg ist nicht auszuschließen. Die Überquerung der Alten Bundesstraße zu Fuß oder mit Kinderwagen, mit dem Fahrrad, dem Rollator oder dem Rollstuhl birgt durch die Schienen der Stadtbahn ein erhöhtes Unfallrisiko.

Der Verkehrsfluss durch die Ortsmitte wird erheblich durch die Stadtbahntrasse gestört werden und zu Rückstaus in nördlicher und südlicher Richtung nicht nur in den Stoßzeiten führen. Für die notwendige Ampelanlagen in den Zufahrtsstraßen zur „Alten Bundesstraße“ muss die Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen. Auch diese werden den Verkehrsfluss innerorts stark beeinträchtigen.

Ein Bussystem zur Anbindung an die Stadtbahn von Wildtal und dem westlichen Wohngebiet/Gewerbegebiet von Gundelfingen, muss parallel erhalten bleiben und von der Gemeinde finanziert werden. Eine Öffnung des Weiherweges, welche von der BI Pro Stadtbahn als mögliche Strecke eines Busses vorgeschlagen wird, lehnen wir ab. (im Landschaftsschutzgebiet, Baumfällungen notwendig, Grunderwerb muss Gemeinde finanzieren etc.) An der Endhaltestelle in der Waldstraße sind neben dem erhöhten Verkehrsaufkommen auch erhöhte Park & Ride Aktivitäten zu erwarten, für die dort der Platz fehlt (nur 44 Parkplätze derzeit in der Planung). Der Parkdruck wird sich zusätzlich auf die Umgebungsstraßen auswirken. Anwohner entlang der Strecke und vor allem in Kurvenbereichen werden einer erhöhten Lärmbelastung ausgesetzt.  Durch die Fertigstellung des dritten und vierten Gleises (ca. 2035) der Bahn besteht in weiterer Zukunft die realistische Chance einer deutlich besseren Taktung der S-Bahn.

Elektrobusse sind im Vergleich wesentlich kostengünstiger und flexibler und können ab 2026 schon eingesetzt werden. Klimaneutraler ÖPNV jetzt und nicht erst in 10 bis 15 Jahren. Die Taktung der E-Busse muss sich an der Stadtbahn vor Ort orientieren und erhöht werden (auch die Anbindung von Wildtal und Heuweiler). Künftige und bessere Neuentwicklungen im ÖPNV können durch die Stadtbahn verhindert bzw. nur erschwert umgesetzt werden, da die Stadtbahn für jahrzehntelange Nutzung ausgelegt ist. Die enormen Baukosten (derzeit 20 Mio. € pro km = ca. 42 Mio. € für die Stadtbahn Gundelfingen) werden aus öffentlichen Mitteln finanziert, auch wenn sie nicht unmittelbar die Gemeinde Gundelfingen zu tragen hat. Künftig entstehende laufende Unterhaltungskosten sind noch nicht bekannt.

Durch die notwendige Verlegung bereits abgeschriebener (aber regelmäßig sanierter) Versorgungsleitungen entstehen der Gemeinde erhebliche Kosten. Sofern die Planung wieder aufgenommen wurde, der Bau der Stadtbahn aber anschließend ohne gravierende Sachgründe abgelehnt wird, kommen auf die Gemeinde erhebliche Regressansprüche zu.

Deshalb sagen wir NEIN zur Wiederaufnahme der Planung und sind für eine endgültige Absage zur Stadtbahn durch Gundelfingen.

 

Unser Fraktionsmitglied Maria Luise Prunkl sieht allerdings auch Vorteile der Straßenbahn:

Dank elektrischem Antrieb, teilweise eigener Bahnkörper und dynamischer Straßenraumfreigabe ist die Straßenbahn schneller und pünktlicher unterwegs als Busse.

Die Straßenbahn bietet die Möglichkeit, umsteigefrei ans Ziel zu kommen und ist ins Freiburger Verkehrsnetz integriert.

Die Nutzung ist für Personen mit Kinderwagen oder Menschen mit Handikap einfacher und komfortabler als bei Bussen.

Die Nutzerfrequenz einer Straßenbahn ist in aller Regel deutlich höher als bei Bussen, sodass unser Ziel, den Individualverkehr und damit auch den CO2 Ausstoß zu reduzieren damit besser erreicht werden kann.